Es ist wirklich, wirklich heiss hier. Manche Klimaanlagen sind doch zu was gut. Zum Beispiel waeren sie es fuer diesen Raum hier, unsere Computer-Lounge, zugaenglich fuer alle PhD's, zu denen ich gezaehlt werde. Die Orientations gehen weiter, heute war Doctoral Orientation. Den Nachmittag verbringen wir vor diesen alpineweissen Macs und versuchen, unseren schedule zusammenzubringen.
Ich habe bisher zwei Kurse zusammen: Technoscience und The Deconstruction of Art. Zwei andere will ich noch belegen, aber die sind im System nicht auffindbar. Da muss ich wohl nochmal rumfragen. Aber das hat noch bis Anfang September Zeit.
Ich werde, wenn ich diese Kurse tatsaechlich belege, also nicht nachtraeglich noch swappe oder droppe, teilweise in Stony Brook sein und teilweise in Manhattan. Ich glaube, diese Moeglichkeit erwaehnte ich bereits. Ich bin gespannt auf Technoscience, entweder ist es genau meins, oder genau das nicht. Falls der erste der beiden Faelle eintritt, kann ich mich freuen, denn dann werde ich ziemlich viel davon haben in terms of my final thesis.
Daheim hat die Auslandskrankenversicherung noch keinen Finger geruehrt. Die naechste Finanzwelle in Hoehe von $400 rollt auf die kleine Studentin zu. Ich muss schon wieder rumrennen, hier oder da, und werde herumgeschickt wie in Tue, weil keiner responsible ist.
Vielleicht, vielleicht, I have come to think, vielleicht war die erste Uni, an der ich war, die gute Uni, die geordnete, logische, supportive Uni in Konstanz, vielleicht war sie in all ihren Eigenschaften wirklich die Ausnahme.
Das merkt man Ausnahmen naemlich nicht an, dass sie welche sind, ohne mindestens zwei Vergleichsmoeglichkeiten.
Eine Woche genau bin ich jetzt hier. Und diese erste Woche hätte wirklich nicht besser sein können. Die Orientation, für die ich meinen Herflug um €505 nach eine Woche früher verlegen musste, war wenig informativ, ein wenig psycho und auf jeden Fall voll mit unnötigem Zeug. Schwamm drüber. Es gibt viele Dinge zu erledigen, und einige von ihnen funktionieren nicht ganz so, wie sie vermutlich sollten. Vieles, zB das komplette Enrollment, läuft übers Internet. Leider ist die Uni-Website ziemlich crappy, sodass ich mich auf Probleme an vielen Enden und Ecken einstelle, die ich in endlosen Gesprächsgängen in der nächsten Woche nur langsam zu klären in der Lage sein werde. Ich kenne solche Prozeduren schon aus Tübingen - seltsam, dass auch amerikanische Unis das hinkriegen - ich dachte ja immer, Tübingens Verpeiltheit läge an Tübingens strukturaler Historizität.
Das Philosophy Department ist total nett. Auf alle Leute, die ich bisher dort kennen gelernt habe, trifft das zu. Für das ganze Geld, das ich bisher für alles ausgegeben habe (ich weiß schon gar nicht mehr, obs €1000 oder €2000 waren, die in all dem Chaos mehr oder weniger den Bach runtergegangen sind), gabs eine glaubhafte Entschuldigung und eine Naja-Entschuldigung. Und jetzt ist man halt da und das Geld ist halt weg. Dafür gabs dann aber am ersten Tag im Department tatsächlich Apfelkuchen.
Orientation geht hier über zwei Wochen. Was dort gesagt wurde bisher, hätte man auch an einem Nachmittag sagen können. Aber wir machen mal viele Worte. Die International Graduate Orientation ist jetzt vorbei und nächste Woche gibts noch ne Doctoral Orientation und ne Philosophy Orientation am Department direkt. Ich glaub, damit hätten wirs dann. Ende August müsste ich dann auch wissen, welche Kurse ich genau belege und was für Bücher ich da genau brauche.
Von den Graduate Philosophy Students habe ich inzwischen wohl schon 80% kennen gelernt. Die sind offensichtlich alle untereinander befreundet. Wir haben alle unsere Büros auf demselben Flur, werden also Büro an Büro hocken. Nächste Woche ziehe ich in meins ein, lerne vllt Taylor kennen (mit dem ich das Büro teilen werde) und kaufe mir vllt, wenn ich billig finde, ein gebrauchtes Fahrrad.
Hatte ichs schon erwähnt?
We are getting our own offices!
