Monday, 8. October 2007

Kultureller Austausch; Cultural Exchange

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Name a typical German place that I would LOVE to see.
Was rät man einem jungen Menschen aus Pennsylvania,
die zu Weihnachten das erste Mal nach Deutschland fliegt und vorhat,
bei irgendwem in REMSCHEID zu wohnen?

Da wir die amerikanische Travelerseele nun schon ein wenig kennen gelernt haben und ebenfalls mit der Tatsache vertraut geworden sind, dass Europa von hier aus klitzeklein wirkt und Landesgrenzen sowieso keinen interessieren, zähle ich die deutschesten Plätze auf, die mir so einfallen.
Dabei achte ich auf die maintenance of diversity in landscape, erwähne, dass es im Süden am schönsten ist und dass Kirsten, sollte sie mal ein Wochenende frei haben, sich unbedingt etwas ansehen muss, das so schwer auszusprechen ist, dass ich es ihr auf eine Serviette schreibe: Schloss Neuschwanstein.

Um ihr zu zeigen, dass ich das ernst meine, fange ich an zu googleln und finde ein Bild von dem schneebedeckten Schloss im Winter. Kirsten klappt der Kiefer runter Oh my God that looks like Disneyland!!!
- And you know what? This is exactly what they had in mind when they built that castle in Disneyland!
No really?? Kirsten lehnt sich vor zum Suchergebnis, Kimberly kommt rein mit Kaffee Oh my God what is this??, stellt die Tasse ab und starrt über Kirstens Schulter auf den Monitor. Ich wiederhole den Namen und lokalisiere das Schloss - Schloss means Castle - am Fuße der Alpen, also in den Bergen. Die befinden sich im Süden Deutschlands.

Okay, so name some other places in Europe that I should also see while I'm there, sagt Kirsten jetzt in einem offensichtlichen Anfall von Reisefieber, und trinkt Kimberlys Kaffee. Ich überlege kurz und erwähne dann Amsterdam, Prag, Paris und Barcelona.
Okay so Prague in Germany, Paris in France and...
Ich überlege kurz und sage dann:
- Right,.. Prague in the.. CZECH REPUBLIC,.. Paris in France,.. Amsterdam in the Netherlands, and..
- .. and Barcelona in Spain, alright! Oh I'd LOVE to go to Spain! You know, they're speaking this weird language there.. Cantonese, you know?

No, that's in China, mischt sich jetzt Kimberlys bester schwuler Freund ein, der bisher schweigend der Konversation beigesessen hatte. You mean Catalan, Kirsten.
- oh well yeah, maybe..

Aber wisst ihr was? Ich zum Beispiel wusste bis vor kurzem nicht,
dass Idaho und Iowa in Wirklichkeit gar nicht so sehr nebeneinander liegen, wie ich immer vermutet hatte (fängt ja beides mit I an und ist Pampa).
Und ich konnte nicht sagen, dass Cincinatti in Ohio liegt, obwohl (!) Tori Amos das Wort in einem ihrer Lieder löblich hervorhebt.

Ebenfalls unbekannt waren mir die Nachbarstaaten um Kentucky herum,
dass St. Louis sowohl zu Illinois als auch zu Missouri gehört,
dass man vor Leuten aus Kansas das Wort Hillbillies besser unerwähnt lässt (vermutlich hat es einen ähnlichen Status wie Badenser),
dass man in Neuengland den Ausdruck 'Indian Summer' noch nie gehört hat,

ebenfalls zu vertuschen bleibt, dass ich immer noch L.A. und San Francisco auf der Karte vertausche und dass ich mir die Existenz mancher Staaten,
wie zB Minnesota oder Delaware,
einfach nicht merken kann.
Am allerbeschämendsten finde ich aber nach wie vor, Vermont für eine Stadt in Kanada gehalten zu haben.

Ach, und by the way für alle Schwaben,
Badener,
Allemannen,
Nei-

bzw. Noagschmeckte,
Albras,
Stuttgarter

und Pforzheimer,
die möglicherweise gerade mitlesen und nicht wissen,
wo Remscheid liegt: Es befindet sich in einem anderen Bundesland jenseits des Weißwurschtäquators und ihr würdet es NICHT mögen.


Thursday, 4. October 2007

Ich vermute mal Eichhörnchen

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Bloß gräulicher und zutraulicher und eher oachkatzig streifend als hörnchenartig hüpfend, das sind diese Possierchen im Central Park und auf dem Stony Brook Campus und im Washington Square und an allen anderen Ecken, wos grün und bebaumt ist, zB Union, Madison, Chelsea Park.

Habe erstaunlicherweise noch nicht mitbekommen, dass hier die Kinder oder andere Erwachsene die Squirrels jagen oder zu erschrecken versuchen, wie in deutschen Landen nur allzu oft mit Tauben der Fall. Mit auf den Boden stampfen und jubeln, wenn die Tiere das Weite suchen, oder ähnlichem.

Und habe auch noch keinerlei Ausspruch gehört über Squirrels als die Ratten der Parks oder Vergleichbares.

Wahr ist allerdings auch, dass ich noch nicht fieberhaft danach gesucht habe.

Wednesday, 3. October 2007

SBU III

Announcement:
Wies aussieht, bleibe ich wohl tatsächlich länger!!
Und zwar jetzt erstmal bis Ende Mai.

Ich hatte heute ein Gespräch mit einem Professor hier, für den ich arbeiten werde dann in der Zeit. Gleichzeitig werde ich directed research betreiben für meine Magisterarbeit, die nächstes Jahr ansteht. Das möchte ich hier machen, weils hier den Schwerpunkt hat, und in Tübingen nicht.
Betreuung gibts hier auch endlich wieder vernünftige.
Muss man sich allerdings erstmal wieder dran gewöhnen.

Nächste Woche hab ich erstmal ne Präsentation zum Thema. Wird zwar das erste Mal auf Englisch und so, aber wohl trotzdem keine große Sache (immer schön einreden).

Ich werde rundgefüttert mit Literatur. Mit dem Lesen käme ich, wollte ichs versuchen, gar nicht hinterher.
Auch abgesehen davon läuft es gut, gut und entspannt. In zwei Wochen sind die ersten Papers fällig.
Londoner Reiki sei Dank geht die Gesundheit wieder Berge rauf. Ich gehe auch schon wieder am Hafen rum in Nacht und Nebel.


Dann gehts auch bald wohl rauf nord in die Laubbäume bunt
und dieses Wochenende erstmal in die Stadt für Poetry

Meinen Rückflug nach Deutschland am 17. Januar 2008 kann also jemand anders haben. Wer will?

Tuesday, 2. October 2007

NYC Subway

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Monday, 1. October 2007

Geburtstag (2): Picknick im Central Park

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Ich hatte das schon in Tübingen vor.
Auf einer Bank saxophonierte eine traurige Seele inmitten des Literary Walk mit einer Reihe Schriftstellern in Skulpturen stirngefurchten Europäern gleich den Walk entlang aufgereiht. Und eine erstaunliche Assoziation: Ich habe ja schon ein paar Parks gesehen, auch größere, und so. Aber mir kam hier tatsächlich der Bochumer Stadtpark in den Sinn. Sas ging es genauso. Und warum? Vielleicht lag es an den deutschen Linden, die zumindest im südlichen Teil des Parks zuhauf herumstehen und Landschaft machen.

Bis auf das rotweißkarierte Plaid war für alle Klassiker gesorgt: Die zutraulichen Squirrels wurden mit Nüssen gefüttert, bis sie fast bis auf unseren künstlich hergeschafften Felsen gehüpft kamen. Auch ein paar Vögelchen zeigten sich interessiert. Hinter uns beschwerte sich ein Hippiepärchen über unseren disrespect of privacy während unserer Fotografiererei (obwohl wir die Vögelchen fotografierten und nicht die Hippies). Ich werde an dieser Stelle aus diesem Grund auch auf eine nähere Beschreibung des Hippiepärchens verzichten.

Man kann sich ans Essen von Outtakes gewöhnen. An den ganzen Müll, den man mit einer Mahlzeit produziert. Man kann die ganzen kleinen Items mögen lernen, die es so braucht, um bspw einen ordentlichen to go-Kaffee zu sich nehmen zu können, Splenda in den Kaffee und Pappringe um den hot content-Becher rum. Wenn du was zu essen mitgekauft hast, kommt der Kaffeebecher in eine braune Papiertüte. Und die braune Papiertüte kommt neben das plastikverpackte Essen in eine Plastiktüte. Napkins für den halb verschütteten Kaffee bei Ankunft auf Wiese, Plastikbesteck und hölzerne Umrührstäbchen für eventuelle Nachbehandlung des Outtakes vor Ort. Zu Anfang nimmt man sich noch vor, all das Zeug wiederzuverwenden. Allerdings ist das, zusammen mit anderen europäischen Verhaltensweisen, irgendwo zwischen den letzten Wochen auf der Strecke geblieben. Und auf eine Art schien das auch nötig zu solch ominösen Zwecken wie Integration.

Wie auch schon im Washington Square Park - dem quasi Campuspark der Studenten der um jene Grünfläche aufgereihten NYU - beobachtet: Breakdance-Shows jenseits der 80iger, von der Bronx straight nach Lower Manhattan, die die Leute auch wirklich mitreißen. Kommt selten vor, Mitgerissenheit in heimischen Landen. Allerdings ist hier auch gleich das Fernsehen zur Stelle. Andererseits gibts auch keine Sozialhilfe, von daher muss man schon Programm machen. Also vergessen wir das Fernsehargument.

Und Straßen gibt es im Central Park. Asphaltierte Straßen, Zebrastreifen für Fußgänger und Ampeln für die Ignoranten. Mehrere Spuren auf den asphaltierten Straßen, für Jogger, für Fahradfahrer, ich weiß nicht ob auch für Taxis, für Rollerblader jedenfalls und für Skate- und Snakeboarder. Und natürlich für die Kutschen. Eine Kutsche nach der anderen. Jetzt werden die Touris in den Kutschen von Touris außerhalb der Kutschen fotografiert,
Touris in den Kutschen auf den Asphaltstraßen vor einem Hintergrund deutscher Linden vor einem Hintergrund hervorlugender Hochhausfassaden.

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hier zB mit Rockefeller Center, über das es auch schonmal eine Geschichte gab.

Sunday, 30. September 2007

Geburtstag (1): Party in Williamsburg

Das letzte Wochenende im September zieht vorüber und bis es wieder eine MFG zum Grocery Store gibt, frühstückt man die RICH AND MOIST Honey Bran Muffins, die noch von der Beschenkung übriggeblieben waren. Denn Honey ist ja gut für die Gesundheit und wie die Nährwerttabelle anzeigt, dürfte da auch gar nicht mal so wenig von drin sein. Unsere Protokollantin ist immer noch krank, seit mehr als zwei Wochen fiebernd, hustend, kopfschmerzend, frierend und vor allem: fluchend. Inzwischen wurde infolge der steigenden Schlaf-Interruption sogar eine Antibiotikatherapie begonnen, verschrieben von einem miesen Umsonst-Arzt auf Campus, die Wirkung: unerwartet slight. Mit zusätzlichen Cough Surpressors in the background (die ich in D nie nehmen würde, weil ich besseres wüsste) kommt man inzwischen wieder halbwegs durch die Tage und Nächte. Mit Thermoskannentee als derzeitiges Hauptnahrungsmittel kann man es dann hoffentlich nächste Woche wieder wagen, sich in die Seminare reinzusetzen und mit Leuten zu unterhalten.

Dies also der Rahmen, in dem sich Freitag mein diesjähriger Geburtstag zutrug und auch abspielte. Da der halbe Tag leider semikomatös verlief und bloß die andere Hälfte halbwegs normal, beschloss man, die gefühlten 92 Jahre einfach zwei Tage lang zu feiern und die Festivitäten bis in den Samstag auszudehnen. Da es mir sowieso schon schlecht ging, dachte ich, könnte ich auch gleich auf ne Party gehen und meine Gesundheit vollkommen ruinieren. Also machten Sas und ich uns am späten Abend auf die Socken nach Brooklyn, wo eine aus meinem Department ebenfalls ihren Geb. feierte.

Direkt an der Williamsburg Bridge, in einer Halbruine bemalter Hausfassaden und stachelverdrahteter Zwischenhöfe, fand dieses Avantgarde-Ding statt, however avantgarde: es passte so dermaßen hierhin, dass ich es gar nicht anders erwartet hatte. (Bin ich jetzt avant-Avantgarde?) - Anyways, solche Parties muss man in Williamsburg feiern und ich glaube, ich habe diese Hood schonmal ein bisschen beschrieben, weshalb sich der aufmerksame Leser nun ein Bild machen kann. Es gab einen vollbärtigen Typen mit schwarzer Hornbrille der saß an einem Tisch voller Schalter und Regler und schob und schaltete seelenruhig vor sich herum. Das brachte eine Musik zustande, wie ich sie bisher noch nicht gehört habe: Stampfende Armeen Unterwasser wäre eine mögliche Beschreibung, Panzerraupen und Reptiliengeschrei in Tunnels eine andere. Beide würden den Eindruck zumindest nicht vollkommen verfehlen.

Unter einen abnehmenden Mond mit europäischem Gesicht kletterten wir später raus auf den Hof zu den anderen Long Islandern, wo auch immer noch genug Musik war, aber in Unterhaltungslautstärke. Stil hat nichts mit Unfreundlichkeit zu tun und eine gute Party nichts mit übermäßigem Alkoholkonsum. Gespräch über Reiki und diesbezügliche Verabredung für nächste Woche. Um 2.30h langsam merken, dass jetzt gut ist, sich für alles bedanken und den Weg nach Hause antreten. Alle Bahnen auch in die richtige Richtung nehmen und ihre Umsteigeschnittstellen kennen. Nachts sind genausoviele Leute unterwegs wie tags, der amount of freaks exceeds vielleicht ein bisschen die deutschen Nachtstandards, aber eigentlich ist immer noch alles pretty normal. Man kann an die Straßenzüge sich bereits erinnern und wie sie sich aneinander reihen, auch im Dunkel, ein Gefühl für die Gegend ist entstanden: es gibt eine Landschaft. Über sich selbst erstaunt sein, wie etwas so Mythenbehaftetes so real sein kann, dass man sich nicht nur darin zurechtfindet, sondern auch ganz einfach darin leben kann.

Um 3h schließlich nach Hause kommen in Greenwich Village und damit zum ersten Mal später daheim sein als die 19-jährige Mitbewohnerin hier. Den Schlafsackplatz in der Küche einnehmen und damit fast ein eigenes Zimmer in der Stadt haben, zumindest ein so ähnliches Gefühl. Eigentlich ziemlich prima zwischen Kühlschrank und Badezimmer schlafen können und aber auch das nicht erwartet haben. Vielleicht also doch nicht so avant.

Thursday, 27. September 2007

Das Department:

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Weitere Fotos vom Campus findet ihr im neuen Fotoalbum.


Wednesday, 26. September 2007

home

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(1) Eigentlich muss der Computer die ganze Zeit an sein. Das ist vor allem deswegen so, weil fast die ganze Unikommunikation online - bspw. über Mailinglisten - verläuft. Alle paar Tage gibt es Call for Papers. Beinahe jeden Tag flattern neue Konferenzdaten herein. Heute erhielt ich zur Abwechslung eine Einladung nach Montréal, um bei einer afro-kubanischen Blockveranstaltung in Yoruba und Vodu eingewiesen zu werden.

(2) Statt Fastfood sind Post-Its meine erste Addiction hier geworden. Dazwischen: Ein Gebet, eine Postkarte aus Irland und ein paar Theaterflyer aus der Stadt.

(3) Überflüssigstes Item des ganzen Austauschzimmers: Wörterbuch! - Kann man sowas von zuhause lassen. Ich habs bisher nicht einmal benutzt.

(4) Es ist wahr, dass die Pflicht-Textbooks für einen term soviel kosten wie eine Tübinger Monatsmiete. Allerdings kriegt man einige Bücher auch einfach vom Department geschenkt, zB Medical Ethics, Multicultural Critical Thinking und Sexual Harassment.

(5) Die Möblierung eines angemieteten möblierten Zimmers kann unterschiedliche Niveaux erreichen und fiel in diesem Falle eher unterangemessen aus. Hier eine crappy Schreibtischlampe, die auseinanderfällt, wenn man sie zu Verschiebungszwecken anhebt.

(6) Ich hab das Chaos extra hierhin gelegt, um erfolgreicher zu kommunizieren, dass ich mich teilweise schon echt zuhause hier fühle.

(7) An einem Kinderschreibtisch saß ich nicht mehr, seit ich ein Kind war. Zum Thema Möblierungsniveaux vgl. (5).

(8) Graue Wände sind toll, esp. wenn man viel Licht im Zimmer hat. Was nun endlich wieder der Fall ist.
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