Tuesday, 30. October 2007

Halloween



Dieses Wochenende war die Stadt voller venezianischer Rokokoschönheiten, Schlümpfe Schlumpfinen Papa Schlumpfs, Baseballspielerinnen, Superhelden (die ganze Palette), Piraten, Pippi Langstrumpfs und ähnlichen Gestalten. Ich habe mir Halloweenparties spookier vorgestellt, vom Dresscode her. Geschäfte zur angemessenen Kostümierung sind jedenfalls zur Genüge mit einem Male aus allen Richtungen aus dem Boden gesprossen und am Broadway verankert worden. Dennoch erinnerten die Scharen bemalter, maskierter und besäbelter Menschen eher an Karneval in irgendeiner Rheinmetropole.

Hier auf der Insel ist alles noch ziemlich ruhig. Ich wundere mich, dass meine Mitstudenten noch keine Pläne für morgen haben. Vielleicht ist es also tatsächlich mit deutschem Karneval vergleichbar. Vielleicht ruhen sich auch alle bloß aus für die Party, die am Wochenende stattfinden wird, allerdings eher aus Geburtstagsgründen die.

Zuhause haben wir schon einen Eimer voller Trick-or-Treat-Süßigkeiten vorbereitet, wenn morgen die Kinder von Haus zu Haus ziehen. Ich bin gespannt.
Hätt ich die Zeit, würde ich jetzt auch nochmal durchs Village ziehen und Fotos von den Häusern machen, denn zumindest die entsprechen der Halloweenästhetik, wie sie zu erwarten gewesen war. Aber ich fürchte, dazu wird es nicht kommen.
Es sei denn, die Häuser bleiben noch für eine Weile so, dann vielleicht am Wochenende. Nach der Party.


Saturday, 27. October 2007

Notiz zu San Diego:



In San Diego rufen die Leute, die evakuiert werden mussten, jetzt sich selbst an.

Es gilt folgende Regel:

Springt der Anrufbeantworter an, steht das Haus noch.
Gibt es ein Besetztzeichen, ist es weg.



Friday, 26. October 2007

Hurricane Season



Obwohl ich mich bemühe, die New York Times regelmäßig zumindest zu überfliegen, waren die News doch eher in Deutschland als bei mir, dass große Teile San Diegos evakuiert werden mussten infolge von Feuer in ganz Kalifornien. Kimberly ist aus San Diego. Die telefoniert jetzt viel. Aber es ist auch nicht das erste Mal, dass das passiert; in ihrer Kindheit ist die Stadt öfters mal evakuiert worden. Dann gibts für eine Weile Mobile Homes.

Jeden Tag lernt man mehrere neue Sachen. Gestern zum Beispiel, dass jetzt Hurricane Season auf Long Island ist.
Was das bedeutet, habe ich noch nicht gelernt. Klar gibts ein bisschen Wind, aber wir sind ja hier auch an der See. Wie alle anderen Häuser ist auch unseres aus Pappe; man darf also gespannt sein, wie es die neue Jahreszeit meistert.

Es werden mittlerweile schon U.S.-Reisepläne geschmiedet für Herbst und Frühling dann, während man noch überm Tee sitzt und die Musik überlegt für die Party nächste Woche. Während Spring Break mit dem Auto für eine Woche durch die Staaten bis nach Kalifornien, Jane kennt jemanden in Kalifornien. Aber kennen wir nicht alle jemanden in Kalifornien?

Bis dahin brennt es jedenfalls dann nicht mehr.

Mit näherrückendem Halloween bestellt man nun standardmäßig seinen Fairtrade Coffee, No-Trans-Fats Muffin und das Brooklyn Ale mit Pumpkin Flavor. Die Häuser sind mit fluoreszierenden Spinnweben auf ihren Veranden ausgestattet, mit überlebensgroßen Scooby Doo-Aufblaspuppen im Vorgarten, mit lebensgroßen grünhäutigen kariösen Hexen auf dem Treppenabsatz und natürlich jeder Menge Skelette, Fratzen, Trick or Treat-Schildern, einem - wie auch Scooby Doo - aufblasbaren Evil Winnie Pooh und Announcements über Sonderveranstaltungen aus bevorstehendem Anlass.

Schlagartig ist es wieder kalt geworden in terms of 13°C.
Auch die Stadt gestern war wolkig eine andere. Bisher (?) ist es dort aber immer noch wärmer als auf der Insel.
Ich bilde mir ein, dass das von der Gebäudedichte kommt.
Am Union Square setzte sich gestern eine müde Frau hin mit einem Pappschild
- Tired of Prostitution. Need Money Please -
und ihrem ich nehme mal an Zuhälter ridiculously gestikulierend und in weißgoldener Paschajacke right next to her.
Die Frau: schätzungsweise 46, der Typ: etwa 29.
Es wird bald zu kalt zum Draußenstehen.

Richtig warm ist es dagegen unter der Erde, wo jetzt alle Musikstudenten hingehen, um Experimentell-Zither zu spielen, und Promotioner die Special Offers, für die sie jeweils angeheuert wurden, der pendelnden Öffentlichkeit in Rapform präsentieren.

Nun gibt es Wolken, drei Decken, Kapuzen und aber natürlich immer noch den Sonnenbrand vom Wochenende.
Bei Wind und Regen gehe ich jedenfalls nicht mehr joggen, weder in Suburbia noch im Village oder am Strand.
Viele Amis sind übrigens der Auffassung, das Reden über Wetter sei eine deutsche Eigenart.


Tuesday, 23. October 2007

Herbst auf Long Island

Irgendwie will es gar nicht so richtig (i.e. im deutschen Sinne) herbsten auf Long Island. 97% aller Bäume sind noch immer grün, wir haben weiterhin meistens Temperaturen über 20°C. Das Meeresklima inhibitiert den Jahreszeitenwechsel. In Colorado ist es längst rot und gelb, wie mein Besuch mir letztens sagte.

Dennoch finden inzwischen auch hier die jahreszeitentypischen Aktivitäten statt. Bloß halt bei strahlendem Sonnenschein. Dieses Wochenende sind wir (i.e. das halbe Department) zur North Fork rausgefahren zum Pumpkin Picking. Dort ganz weit draußen also im Osten der Insel, zwischen all den Alice-im-Wunderland-Teehäuschen in rosarot, reihen sich Mais-, Wein- und Kürbisfelder aneinander. In Deutschland ist man, als ich Kind war, als Familie im Juni immer auf die Erdbeerfelder gefahren und hat dort gesammelt. So ähnlich muss man sich das vorstellen, natürlich mit dem Unterschied, dass man an Kürbissen in der Regel quantitativ weniger mitnimmt.

Im Anschluss hatten wir Tee und Scones in einem der bereits erwähnten Alice-Häuschen. Ich wusste gar nicht, dass Tee hier so eine große Sache ist. Und als wir damit fertig waren, ging es schließlich noch weiter nach Osten, zu einem Weingut, wo ich dann eine echt amerikanische Weinverkostung erleben durfte.

Zuerstmal ist es schon komisch, dass Wein nicht unbedingt Berge braucht, um zu wachsen. Hier is halt allet flach. Das Etablissement macht zwar auch hier auf gehoben, aber weitaus weniger auf verstaubt uralt und düster und vielmehr auf modern schwarz-weiß mit Jazzpiano und extra designeten Weinlabels von irgendwelchen New Yorker Stylern.

Amerikanische Weinverkostung könnte man auch Speed-Tasting nennen: Etwa alle zehn Minuten ein neuer Wein. Insgesamt verkostete Weine: So um die sieben? Ich hab nicht alle mitbekommen. Ich war zu langsam! Ich noch an meinem zweiten Wein, waren die anderen bereits beim fünften.
"In Deutschland", begann ich zu schwafeln, "dauert so eine Weinverkostung den ganzen Nachmittag. Für jeden Wein lässt man sich mindestens ne halbe Stunde Zeit." Große Augen begleiteten daraufhin meine abenteuerliche Geschichte aus dem Land der Langsamen und so erzählte ich von beispielsweise meiner letzten Weinverkostung, die ich in der Pfalz hatte, bei der wir nebenbei auch noch alles über die Landschaft erfahren haben und welche soundsoalten Erdschichten mit was für welchen Mineralien angereichert sind, was wiederum den soundsobesonderen Geschmack bei demunddem Wein begünstigt.
Während ich das so erzählte, klang es auch für mich komisch. Naja, hier geht das halt anders.

Ich beschloss, in diesem Falle doch lieber europäisch zu bleiben und die Hälfte zu verpassen. Über den Weinfeldern ging die Sonne unter in Magenta. Typ mit Gitarre spielte Hey there Delilah, what's it like in New York City und nach Sonnenuntergang machten wir uns schließlich auf zu Leuten nach Hause zu Zwecken des Pumpkin Carvings.

Im Garten nach Dunkel war es immer noch warm genug, wir veranstalteten also ein schönes Campfire und saßen drumrum und schnitzten Fratzen respektive Diskokugeln und mein Kürbis bekam eine Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt, ihr Körper eine Doppelhelixstruktur, die sich um den ganzen Kürbis zog. Leider hatte ich an dem Tag keine Kamera zur Hand. Und heute, drei Tage später, sieht der Kürbis leider auch nicht mehr so fit aus, als dass ich ihn euch unbedingt zeigen müsste. Man könnte sogar sagen, er sei unfotografabel geworden.

Länger als den Kürbis werde ich wohl meinen neuen Sonnenbrand behalten.

Thursday, 18. October 2007

U.S. Freemasonry - Grand Lodge of New York

Stolperte ich letztens schon wieder in Chelsea rum
(echt ey, Chelsea)
und stolperte über die Freimaurer
(schon wieder, die Freimaurer),
hier eine Fotoserie:

mehr

aufs Bild klicken für mehr Fotos.

Unterschied zu deutschen Freimaurern: Hier verstecken sie sich nicht. Sie stellen Schilder auf an den Ortseingängen wie auch der Rotary Club, seit wann sie hier "free and accepted" sind. Ihre Tempel sind gut erkennbar in Blau und Gelb / Gold; sie beleuchten sie nachts, sie hängen Fahnen aus.
Und zu Veranstaltungen stehen ihre Mitglieder in Anzügen (nicht in Farben) wie Schuljungen vor dem Tempel und rauchen.


Layers of Language (feat. Traduire c'est trahir)



Im Moment lerne ich viel von der Freundlichkeit, Höflichkeit, Oberflächlichkeit, Kommunikationsfreudigkeit, Hilfsbereitschaft, vom Interesse an allem was sie noch nicht kennen, von der Reiselust, der Europaschwärmerei, vom Hochloben der deutschen Sprache.

Ich habe nicht gewusst, wieviel man machen kann, was wohl in Englisch nicht so einfach geht. Zum Beispiel können wir Blockwörter bilden. Urallereineigenstheit wäre ein solches.
Dafür mag ich die simple expressions, mit denen man hier komplizierteste Sachverhalte einfach mal runterbrechen kann auf das, was es dann meistens auch tatsächlich ist.

Heute versuchte ich beispielsweise, das deutsche "resignieren" zu übersetzen mit "to resign myself to sth" - was komplett falsch war, "to resign one's self to sth" bedeutet - und das hätte man sich auch denken können - "sich einer Sache verschreiben, widmen".
- Wie nennt ihr dann das, fragte ich also, wenn ihr eine Sache schließlich akzeptiert und ruhig alles 'Negative' hinnehmt, was diese Sache da noch mit sich bringen mag, und fühle mich immer bescheuert, wenn plötzlich alles so simpel klingt, was auf Deutsch vom Gefühl her viel mehr Schichten gehabt hätte.
- Oh, we would just - "give up".


Zwei Monate Insel - Augenzeugin berichtet

Nun sind es bereits zwei Monate in den USA. Spätabends lehne ich mich zurück
in meinen Behelfsholzstuhl vor dem Kinderschreibtisch und stelle fest, dass das Gefühl halt wechselt.
Ich glaube nicht, wirklich in Amerika zu sein, weil es zu familiar wirkt, zu wenig fremd. Nur manchmal ist es fremd und das befremdet dann umso mehr, vielleicht - weil man sich ja ansonsten die meiste Zeit sehr normal und wohl hier fühlt.
Wahrscheinlich auch nicht wirklich in Amerika, weil ja überall um mich herum Wasser ist. Von Port Jefferson sehe ich die Küste Connecticuts und vom Hudson sehe ich den Staat New Jersey. Von Montauk wünschte ich, Rhode Island sehen zu können, aber das ist dann doch nochmal weiter. Das Festland habe ich noch nicht betreten - so siehts aus.

New York ist eine Art Printversion verschiedener Online-Communities ineinandergepackt. Hier ist nicht Amerika.
Es gibt keine Boundaries. Zunächst dachte ich, es gäbe doch welche, doch ich lasse mich eines Besseren belehren. Von konservativen oder angelnden Juden über frischgeschiedene und wiederdatende Schwule mit Hund und Schachbrett bis zu Modelmamas mit Modelkindern in Designerleinen auf squary Grünflächen mit jede Menge Historienflair werden alle mir bekannten Klischees gleichzeitig zelebriert und übertreten und nebenbei neue erschaffen, denn die Leute leben hier wirklich und die Stadt ist ihre Stadt.
Ich weiß nicht, was in South Dakota passiert - wenn ichs mir recht überlege, wüsst ich allerdings auch gar nicht, welchen Ort ich als repräsentativ für die USA nennen sollte, könnte. New York ist es nach Aussage der Amis jedenfalls nicht. Bei South Dakota würden allerdings auch alle motzen. Bleiben wir also auf der Insel, auf der wir gerade sind und überlegen, was das ist, was wir hier eigentlich gerade tun.

Unsere letzte Mitbewohnerin ist nun auch endlich eingetrudelt, womit das Haus neuerdings also komplett ist und die Jungs zuguterletzt doch noch ihren Fernseher in der Küche aufgestellt haben, um nun allabendlich so zu tun, als würden sie die Regeln des Baseballs verstehen.

Aller Anfangsstress an der Uni (von dem es mehr gab, als ich berichtet habe, natürlich) ist vorüber. Der Stress, der noch nicht vorüber ist, wird von mir konsequent ignoriert, nicht aber ohne schlechtes Gefühl von Zeit zu Zeit, wie es sich beinah von selbst versteht.
Ich bin inzwischen so sehr angekommen - ich glaube, so nennt man das - , dass ich schon wieder vergesse, mich für die Kurse vorzubereiten.
Was ich nicht zuhause vergesse, das lasse ich in meinem Büro liegen, in dem ich mich ohnehin besser konzentrieren kann, falls ich dann doch mal zum Arbeiten komme.
Ich habe entschieden, nicht alle Kurse for credit zu nehmen und mich stattdessen auf mein Research Project zu konzentrieren, welches ich bis diesen Montag noch gar nicht hatte, nun aber schon, und mich auf diese Weise auf meine Magisterarbeit vorzubereiten, die ich noch vor Ort anzufangen gedenke, bevor es wieder zurück nach Deutschland geht, wo ich im Moment sowas von überhaupt gar nicht mehr sein will.

À propos, inzwischen war der erste Besuch aus D hier - wenn auch nur kurz und nicht direkt aus D, sondern aus San Francisco und mit dem Zug. Ich weiß, was ich Besuchern auf Long Island zeigen will. Und infolge langsam regelmäßig zu werden beginnender Verabredungen im Village oder drumrum, Setauket, Brookhaven, weiß ich inzwischen auch Alternativen zum Starbucks auf der Main Street Port Jeffs.

Nun ist der Besuch wieder weg, aber ich gehe weiterhin Kaffee trinken, Hafen schauen, Strand laufen und seit heute auch Poetry lesen im American Diner - mit verschiedenen Leuten aus meinem Department, die ich nun langsam tatsächlich ein bisschen besser kennenlerne. Ich habe, scheint mir, nicht den Status eines Exchange-Studenten und will ihn auch gar nicht haben. Im Grunde lebe ich hier so, wie ich es auch in Deutschland tun würde, abgesehen von kleinen Obstacles wie Sprachbarrierchen, kulturelle Unwägbarkeiten und der Tatsache, dass ich natürlich das System nicht checke, wobei man zurecht fragen könnte, ob ich das denn in D-land tue. Fast möchte ich also schreiben: Alles wie immer.
Bloss besser.

Tuesday, 16. October 2007

Empire State im Nebel

Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket

Saturday, 13. October 2007

Herbststurm in New York

Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket

Friday, 12. October 2007

Herald Square

Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket
logo

AMERICAN HAZARD

captured!

Ostia-Antica

gossip

Im happy I now signed...
Great looking internet site. Assume you did a great...
4rx (guest) - Apr 8, 01:50
John
Superb post but I was wanting to know if you could...
Smithd161 (guest) - Apr 25, 04:40
Re-Signieren
ist nicht wirklich deutsch, oder? Die Signatur, Unterschrift...
Stoplergast (guest) - May 3, 17:49

find

 

workload

so long, honey babe!

June 2026
Sun
Mon
Tue
Wed
Thu
Fri
Sat
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 
 
 
 
 
 

Arizona
Bed-Stuy
Berlin
Bodensee
Brooklyn
Deutsche Balladen
event-ish
Florida
Golfo de México
Greenpoint
In-Between States
Int'l Confusion
Long Island
Louisiana
Mar Caribe
New York City
... more
Profil
Logout
Subscribe Weblog