Wednesday, 5. December 2007

Lichterfest

Kein Schnee mehr wieder, aber kalt. 30°F = 0°C: Wir sind jetzt am Gefrierpunkt angelangt. Der Wind fegt über die Insel in einer solchen Unerhörtheit, dass man einen Beschwerdebrief schreiben möchte. Unsere Vermieterin weist uns darauf hin, die Heizung nicht unter 60°F einzustellen, da ansonsten die Heizung einfriert.
Da ansonsten die Heizung einfriert!

Die Presentation verlief gut, und jetzt bin ich froh, und wende mich den restlichen Projekten und Papers zu. Ich schaffe nicht alles vor Weihnachten, aber der Januar ist ja auch noch frei - fast komplett, und ich hoffe auf meinen Exchange-Student-Status, um bis zum 28. Januar (wenn der nächste term losgeht) Verlängerung für alles zu bekommen, was jetzt noch aussteht.

Heute ist Lichterfest an der Uni. Gefeiert werden alle upcoming kulturellen oder religiösen Feste, die meistenteils auch tatsächlich was mit Licht zu tun haben. Gefeiert werden
Christmas,
Three Kings Day,
Kwanzaa,
Hanukah,
Ramadan,
Eid ul-Fitr,
Eid ul-Adha,
Diwali,
Rohatsu und die
Native American Winter Solstice. Toll!!

Nikolaus wird hier offensichtlich nicht gefeiert. Aber deutsche Adventskalender hab ich schon in den Geschäften gefunden. Ganz groß ist hier Ferrero Rocher zum Fest. Ice-Skating am Rockefeller Center dürfte mittlerweile eröffnet sein. Ich war schon lange nicht mehr am Times Square. Mal sehen, ob ich das noch schaffe, die nächsten Wochen.
         Lichterfest auf amerikanischem Parkplatz zu Thanksgiving

Wenn ich morgen wieder in der City bin, werde ich also hoffentlich Winterstiefel einkaufen und einen Wintermantel. Aber ebenso brauche ich Sandalen und einen Badeanzug oder etwas Vergleichbares - denn am 23. geht es in die Karibik!!
Ebenso muss ich Sunblocker bedenken und Kleidchen. Laut Online-Weatherforecast sind es da unten gerade 30° - in Celsius!

Sunday, 2. December 2007

Philosophy 24/7 and Snow the 1st


Hamse grad mal die gefallenen gelben und roten Blätter zusammengeharkt, fällt auch schon der erste Schnee. Rieselt vor dem Fenster, leise sieht das aus. Vielleicht bald mit Schlitten. Vielleicht stoppt jetzt das Verkehrsnetz. Es gibt eine help line (man wählt für sowas immer den local code und dann das Wort, um das es geht, hier also SNOW, als Zahlenfolge), die einem Bescheid gibt, ob die Busse fahren oder ob dies ein Snow Day ist.

Letzte Woche hatten wir einen Philosophen aus England zu Gast, mit dem es Vorträge und Exklusivseminare gab sowie ein ziemlich offizielles Essengehen in Stony Brook. Simon Critchley ist sein Name, sein Schal erinnert an ein Palästinensertuch, sein phänomenologischer Schwerpunkt ist vermutlich der Grund weshalb ich noch nie von ihm gehört habe, und außerdem ist er der einzige mir bekannte Philosoph, der seine eigenen Videos bei youtube reinstellt.

Und auch davon abgesehen habe ich den Eindruck, hier ist Philosophy 24/7. Alles arbeitet von morgens bis mitternachts an Drafts, Presentations, Papers. Dann gibt es Pause und die nächsten Konferenzen werden vorbereitet, eine findet in der City statt, eine andere in Melbourne. Dann gibt es Leute, die Papers einreichen für Konferenzen. Nebenbei wird sich für Europa 2008 beworben.

In den Kaffeepausen kommt man zunächst überein, dass man alle keine Ahnung hat, worüber man gerade schreibt. Dann bleibt das Thema an einem Namen oder Konzept hängen und man verquatscht den ganzen Nachmittag. Leute streiten sich, ob Philosophy und Poetry nun Dasselbe oder aber vielmehr strikt zu trennen sind. Übersetze verqueren Heidegger mit Leuten, die mir dafür Kaffee kaufen und werde zu Brecht-Stücken ausgefragt in terms of moral philosophy. Ich hatte glaub ich schon erwähnt, dass hier auch beinahe alle unterrichten und die classes dann natürlich auch noch vorbereitet, abgehalten, im Nachhinein nochmal besprochen, die Exams formuliert und später gegradet werden müssen.

Mein Postfach bekommt jeden Tag etwa 5-8 neue Mails zum Thema Konferenzen, Ausnahme-Talks, Jobs in Philosophy. Wenn ich mich in meine sozialen Netzwerke einlogge, berichtet mir der News-Updater, dass meine Kommilitonen Philosophy Applications zu ihrem Facebook-Profil geaddet haben.

Zwischendrin gibts auch immer nochmal Colloquium und Reading Groups. Ich habe den Eindruck von Professionalität und obwohl ich bisher noch brav mich mehr oder weniger mitziehen lasse, wird es mir schon manchmal ein bisschen zuviel. Ich weiß nicht, ob dieses Hammerprogramm daran liegt, dass wir in Amerika sind, oder eher daran, dass in einem PhD-Programm. Vielleicht aber auch keins von beiden. Aus meiner ersten Uni kenne ich das noch und da war das genau richtig so. Aber zwischenzeitlich habe ich ja drei Jahre verschlafen und also muss man da erstmal wieder reinkommen.

Morgen habe ich meine presentation, für die ich Dissertationsmengen an Ideen, Gedanken, Material, Literatur gesammelt hab. Und immer noch stecke ich mitten in der Arbeit. Weiß nicht, ob ich hoffen soll, dass die Busse fahren oder dass sie nicht fahren.

Monday, 26. November 2007

Sound Beach

courtesy of Saskia C. Sell
courtesy of Saskia C. Sell


Thanksgiving II


Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket

Und dann habe ich am Freitag noch eine zweite Thankgiving-Einladung nach Brooklyn erhalten und der bin ich dann spontan auch nachgekommen.
Nicht aber in die Caribbean Hood gings, sondern nach Sunset Park, was etwas weiter südlich ist und wunderschöne Häuser mit Treppenaufgängen hat, ähnlich wie in meiner Vorstellung von London oder Erinnerung an Harlem. Brooklynhäuser aber, ein bisschen eine Mexican Hood grad in der Gegend da wo wir da waren; die Straßen Sunset Parks hübsch weihnachtlich geschmückt wie eine Kleinstadt in Deutschland.

Pünktlich zu Thanksgiving ist einer aus meinem Department von der Insel in die Stadt gezogen (wie sie es über kurz oder lang beinahe alle machen) und hat nun an seinem neuen Ort Housewarming-Party veranstaltet. Die Mehrheit der Anwesenden war kanadisch, das Essen war teils mexikanisch teils chinesisch, die Musik war West Coast-Hip Hop und die anderen Ingredients für Original New Yorker Thanksgiving habe ich vergessen.

Kanadier feiern Thanksgiving eigentlich Anfang Oktober und verglichen mit den USA ist es keine ganz so große Sache. Und ich weiß auch nicht, ob das Geflügel da Truthahn war. Nach dem Essen ging es aufs Rooftop, von wo aus wir sagenhafte Sicht über Brooklyn und im Hintergrund die Freiheitsstatue und die Manhattan Skyline hatten. Es war sehr kalt, though. Und wieder sagten sie, das sei noch gar nichts für erstmal die Zeit, die nach Weihnachten kommt.

Das Wochenende über hatte ich dann selber Besuch aus der Stadt auf der Insel und gemeinsam sind wir zu einem befreundeten Haus nach Sound Beach gefahren, was östlich von Port Jefferson liegt und wundervolle Landschaft hat mit allerlei verfärbtem Laub im reichlichen Geäst um alle die niedlichen Häuser herum. Mit Spaziergang am Cedar Beach nahe Mount Sinai - im November am Strand habe ich glaube ich davor auch noch nicht gemacht.

In diesem Haus in Sound Beach also haben wir das Wochenende verbracht und mit ein paar Freunden zusammen gearbeitet, jeder an seinen eigenen Sachen, was unerwartet produktiv ausgefallen ist und auch unbedingt wiederholt werden muss. Abends kamen noch mehr Leute vorbei und dann sind wir zu einem anderen befreundeten Haus im selben Ort gefahren und haben dort eine gemeinschaftliche Lesung von Ginsbergs HOWL abgehalten.

Das Ende vom Wochenende fand dann wieder in Port Jefferson statt, wo wir Strandspazieren im Dunkeln waren und später noch in ein typisches Long Island-Restaurant eingekehrt sind, mit altem Holzboden, weißgetünchten Wänden, jeder Menge Kerzen in Gläsern und Blick auf den Hafen mit seinen auf dem Wasser schimmernden Lichtern. Nach Thanksgiving beginnt offiziell die Weihnachtssaison. Jetzt wird umdekoriert. Musikalisch merkt man das an dem 'Jingle Bells' singenden Frank Sinatra im Inselrestaurant, was in dem Gefühl resultiert, sich gerade wohl in einem amerikanischen Weihnachtsfilm zu befinden. Doch davon im Dezember sicher mehr.

Das nächste Fest, das in Global City ansteht, ist jetzt erstmal Chanukah / Hanukkah - das jüdische Lichterfest. Ich muss nochmal rausfinden, wann genau das dieses Jahr ist; normalerweise wohl immer Ende November / Anfang Dezember. Wahrscheinlich gibts diesmal nicht frei dafür, aber ich bin trotzdem gespannt, ob es irgendwelche Brauchtümer gibt, von denen ich dann wieder wie zufällig mitkriege und über die ich dann wieder bloggen kann.


Friday, 23. November 2007

Thanksgiving



Gestern war Thanksgiving. Wie vielleicht schon mal erwähnt ist das fast so wichtig wie Weihnachten und obwohl ich eigentlich nur Truthahn und Sitcom damit verbinde, bin ich jetzt von meiner Umwelt angesteckt worden und tatsächlich ein wenig in Feiertagsstimmung geraten.
Die meisten meiner Leute haben sich für die Kurzferien nach Hause verabschiedet und sind entsprechend in ein bis zwei Flugzeuge gestiegen. Keine Kurse und das Research Project wurde für kurz beiseite geschoben, um für die Dauer der Ferien (bis Sonntag) an einem anderen Projekt zu arbeiten.

Ich hatte eine Einladung zu einem alternativen Thanksgiving im Hause eines Kommilitonen von mir aus der Manhattan Class in seiner Caribbean Neighborhood in Brooklyn (ich glaube, Prospect Heights) und das wär sicher auch cool geworden, aber ich fühle mich (wie jeder hier) derzeit so behind everything, dass mir danach ist, lieber den ganzen Tag zu arbeiten und das mache ich nun glücklicherweise auch.

Nun flattern die Blätter im Goldenen-Oktober-Stil um alle Dächer und ich weiß nicht, wie wahrscheinlich es ist, dass ich dieses Jahr nochmal rauf nach Vermont komme. NYC hat am Sonntag eine große Parade. Nun wird glaube ich auch offiziell die Weihnachtsdekoration inauguriert. Port Jefferson ist geschmückt wie ein hübsches Hafenstädtchen. Ich freue mich auf kleine Lichter. Noch streunen die Katzen umher. Der Winter aber soll kalt werden und bis März dauern.

Als ich die letzten Wochen vermehrt schlotternd auf dem Parkplatz oder in Einfahrten stand, sagte man mir, das ist noch gar nichts.
Und zwar ohne Triumph im Gesichtsausdruck. Ich glaube,
die meinten das ernst.

Saturday, 17. November 2007

Kaffeepause

Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket



Und hier ist er wieder, der Status Quo: Goldener Oktober nun endlich auch im Land des fettfreien Käses, klare türkise Himmel, unverfrorene Kaltluft und Mädchen sitzt zuhause arbeitet an 7 semikonkreten Projekten, die eigentlich 37 Assoziationsschwämme sind - und das, obwohl die Sonne scheint.

Der verkaterte Mitbewohner geht jetzt ins Village spazieren und besucht Starbucks. Ich daheim versuche gerade, mich an Kaffee schwarz zu gewöhnen. Meine neuste Obsession ist JSTOR. Ich kämme die Schwämme, bis sie fasern. Dann will ich aus den entstandenen Strängen Zöpfe flechten, bis hinterher eine 1a-Theorie auf dem Kopf sitzt. Zeit, die mir dazu noch zur Verfügung steht: Geschätzte zwei Wochen. Dieses Wochenende muss das Gerüst stehen. Nächste Woche betreibe ich dann meine empirische Forschung.

Die Tension in der Departmentluft zieht sich dichter, Wolken rauchen über den Loungecomputern und verdunkeln die Grübelecken der Grads Offices. Paper Due ist irgendwann im Dezember und ich habe eine Menge aufzuholen, vielleicht auch nachzureichen. Die Verlängerungsbeantragung gab noch Komplikationen jüngst, weshalb man dann plötzlich in den Seminaren fehlt wie in der Schule. Mir ist das unangenehm.

Thanksgiving jedenfalls, was nächste Woche Donnerstag ist, besteht längst aus einem Arbeitsplan von vielen Stunden Projekt pro Tag, und selbst wenn ich den tatsächlich einhalten und meine Arbeit erledigen und abhaken sollte, bringt mich das noch lange nicht besonders viel weiter und eher nur etwas weniger weit nach hinten zurück.

Für mehr Geschichten räume ich heute keine Zeit ein. Eigentlich wollte ich nur sagen, dass die Sonne scheint.


Friday, 16. November 2007

Irgendwas stimmt hier nicht



Wenn Musiker so lange tot sind, dass sich aus dem möglicherweise noch irgendwo liegen gebliebenen unveröffentlichten Material auch wirklich gar nichts mehr an neuen Liedern zusammenschneiden lässt, bleibt als letzter Atemzug dem Management wahrscheinlich nur noch, der Stadt auf Plakatbahnen entgegenzuschreien, dass es jetzt endlich die langerwartete und noch nie veröffentlichte Home-DVD des legendären Unplugged In New York-Konzertes zu kaufen gibt.
Vielleicht für alle, die noch immer an Nirvana glauben - in den gehabten Corporate-Farben, mit den ocker-kupfernen Floralornamenten, mit dem verkappten Westernschriftzug, und auf einer exklusiv neugeschalteten Verkaufsplattform - vielleicht aber auch für die neue Generation des Grunge, wenn es sie denn tatsächlich geben sollte (außerhalb des H&M-Kataloges, meine ich). Vielleicht ein gängiger Schachzug heuterdings.

Ich gebe zu, dass mich o.a. Tapete dazu veranlasst hat, heute auf der 34. Straße stehen zu bleiben und das Fußvolk in seinem Stechschritt zu blockieren und während sie an mir herumstolpern wie einer der nicht von hier ist die Plakatwand zu lesen. Was ist das mit den alten Helden, denke ich mir, und höre aus dem Shoe Store nebenan Bob Marley singen und die engagierten jungen HipHop-Verkäufer gleich mit ihm. Gerade diese Woche druckte die universitätseigene Studentenzeitung Che Guevara auf ihrer Titelseite ab, diesmal allerdings nicht auf rotem Hintergrund, sondern der derzeitigen Mode entsprechend auf Blassoliv. Noch nicht tot, aber ebenfalls erstmalig auf Home-DVD erschienen, ist außerdem die "The Joshua Tree"-Tour von U2, wie es gleich neben Nirvana lautet.

Unter der Musik klebt die Literatur. Neuerscheinungen mit Lese-Events. Ich lese:

My parents went through the Holocaust and all I got was



Laut Plakat handelt es sich bei dem Buch um die "humorvollen Memoiren" einer Suzan Hanala Stadner, Auschwitz-Überlebende der zweiten Generation. Die Gattung lasse sich beschreiben als Traumedy, was ein Kompositum aus Trauma und Comedy darstellt.
Ich kann mir nicht helfen, was der Buchtitel nun mit mir macht und hole stattdessen nur meine Kamera raus, die ich seit einem Monat nicht mehr mit hatte.
Auf dem Weg zur Penn Station denke ich darüber nach, ob das nun ein Beispiel für American Entertaining Anything Goes ist, oder ob wir in Deutschland bloß nach wie vor und immer noch ein verdammt nochmales Problem mit unserer Vergangenheit haben, wessen Resultat dann meine Wortlosigkeit wäre in der Präsenz eines solch undeutschen Umgangs mit der entsprechenden Thematik.

Ich könnte das Thema auch einfach wegschieben und zeitgenössischen RnB hören, überlege ich, als ich schließlich im Zug sitze. Ich finde es ja sowieso unnötig, jetzt selbst auch noch mit den hohl gewordenen Fragen anzufangen und hole bereits den mp3-Player raus, als ich schräg gegenüber von mir einen Typen wohlhabenden Habitus sitzen sehe, der in in ein Buch vertieft selbiges vor sich hochhält, sodass sein Lesegeschmack allgemein ansehbar. Der Umschlag ist bordeaux, den Titel verdeckt seine Hand und der Rest der Vorderseite wird ausgefüllt von einem schwarzen Hakenkreuz.
Für eine Weile hat es meine Aufmerksamkeit - wieder geht das Marketingkonzept voll auf.

Ich habe bisher noch keinen Sinn aus diesem Eindruck gemacht - wo nun genau der Fehler liegt - und kann für heute nur feststellen, dass ich verwirrt bin.
Gottseidank gibt es hier für solche Vorkommnisse bereits die entsprechende Kategorie.

Saturday, 10. November 2007

The New York City Deconstruction of Shakespeare

Ach so, und ich war letztens im Theater.
Die Wooster Group führt gerade Hamlet im Public Theater auf.

Wooster Group's Hamlet at Public Theater
siehe auch The Gothamist - NYC Newsfeed

Das Script dazu hätte glatt von Derrida stammen können - Framing, Deframing, Reframing, Ironie.
Inklusive schienenverwandter Themen und Methoden wie Verschwinden, Spuren, Auftauchen, Simulation, Imitation und Zoom.
Allerdings habe ich genau das in einem New Yorker Theaterstück erwartet.

Ich weiß also nicht, ob die Dekonstruktion Hamlets tatsächlich funktioniert, wenn man überall Deconstruction herausliest UND noch dazu New York als der perfekte Ort zu solch Verfahren sich anbietet. Was Harmonisches, Historisches in New York - DAS hätte mich irritiert. Aber ungeachtet dessen sehr beeindruckend!

Wo ich noch nicht war, wovon ich aber gehört habe, ist die Aufführung Macbeths in vergleichbarem Stil in der Metropolitan Opera.

Macbeth at Metropolitan Opera
zum Macbeth-Blog der Met Opera

Mal sehen, ob ich noch dazu komme, mir das selber anzusehen. Derrida muss seinen Ort bedenken. In der Oper passt er vielleicht besser.

Friday, 9. November 2007

November

Stünden meine ersten Pläne vom einsemestrigen Aufenthalt noch, würde ich jetzt wehmütig sagen November; Halbzeit. Andere Leute sagen das. Andere Leute sind meine Mitbewohner und meine Freundin in der City. Diese Menschen kaufen jetzt zusätzliche Koffer und denken schon in Wochen und nicht mehr in Monaten. Alle aber diskutieren wir Flugdaten nach Schottland, Florida, Mexico, Berlin Chicago Illinois.

November ist wetterlich immer noch recht umschwünglich. Die Fauna zeigt sich mittlerweile deutlich verfärbt, das Wetter schwingt von sturmähnlich zu spätsommerlich-sonnig zu verregnet-deutsch. Mit 6°C haben wir immerhin immer noch doppelt so hohe Temperaturen wies Ländle. Ha.

Novemberzeit ist Paperzeit. Geistig abwesende Mitstudenten bleiben nach den Abendseminaren bis 2, 3h nachts noch in ihren Offices zum Arbeiten. Miss Ahnungslos stolpert durch die Flure auf der Suche nach Konversation und bleibt an ihren eigenen Aufgabenzettelchen hängen. Da sind Seiten zu füllen, doch zunächst Mengen an Literatur sich anzueignen, und zwar genau solange, bis man den eigenen Punkt in der ganzen Geschichte vergessen hat und endlich bereit ist, standesgemäß zu reproduzieren.

Aus lauter Übermüdung oder auch aus Prokrastinationsgründen trifft man sich dann doch hin und wieder mal abends oder nachts oder auch frühmorgens für soziale Interaktion in Begleitung von Genussmitteln, doch die Gedanken sind immer da, wo man selber grad nicht sein will - in den noch nicht erledigten aber drängenden Aufgaben, in der eigenen unklaren Fragestellung, in der für Philosophen mit der Dauer ihrer Ausbildung zur Gewohnheit gewordenen Angst, die großen Denker und ihre Hauptwerke falsch zu interpretieren, dann wieder in den noch nicht erledigten Aufgaben die aber drängen, und wenn alles das Abwesendsein auch nicht mehr hilft, kommt man konversationell schließlich doch wieder auf die Flugdaten zurück. So what are YOU doing on Thanksgiving?

Das Research Project drängt, die Arbeit ist viel, die Nächte sind kühl und der Schlafsack hilft auch nicht. Immer ist was mit der Heizung, ganz egal das Land. Auch die Papphäuschen auf Long Island bilden da keine Ausnahme. Meine Vermieterin ist derzeit heiraten in Bangladesh. Das bedeutet, zwei Wochen niemand da, bei dem man sich über die Temperaturen der Innenräume beschweren kann. Die zweite Erkältungswelle ist mittlerweile so halbwegs wieder vorüber. Bei Gelegenheit eine Wärmflasche einkaufen.

Wenn sich schließlich in zwei Wochen die Mehrheit der Gemeinschaft in den jeweiligen Heimatsstaat zurückbegibt, um Truthähne zu tranchieren, bleibt hoffentlich etwas Zeit, alle die eigene Arbeit in trockene Tücher zu verstauen und gegen Anfang Dezember mit der erwarteten Presentation und dem according Paper aufzuwarten, bei alledem jedoch nicht auch noch die anderen Papers vergessen die für die anderen Seminare rufen ich hab vergessen, wieviele;

dann auch noch wartet ein Stapel deutscher liegengebliebener mitgenommener und wieder liegengebliebener Arbeit schweigend im Regal, während ich schon wieder Verhandlungen mit dem Auslandsbafögamt über die Verlängerung meines Bewilligungszeitraumes führe. Und kaum ist es Morgen, ist es bald auch schon wieder Abend und Schlafsackzeit und dann wieder Zeit, halb unterkühlt und mit Campinggefühl aufzuwachen. Für die Zeit neue Teesorten im Organic Grocery Store finden. Umckaloabo preisen. Immer unter der Decke bleiben. Das mit dem Sport vergessen.

Aber bunte Bäume allumher. Schöner November soweit.
logo

AMERICAN HAZARD

captured!

manhattan

gossip

Im happy I now signed...
Great looking internet site. Assume you did a great...
4rx (guest) - Apr 8, 01:50
John
Superb post but I was wanting to know if you could...
Smithd161 (guest) - Apr 25, 04:40
Re-Signieren
ist nicht wirklich deutsch, oder? Die Signatur, Unterschrift...
Stoplergast (guest) - May 3, 17:49

find

 

workload

so long, honey babe!

June 2026
Sun
Mon
Tue
Wed
Thu
Fri
Sat
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 
 
 
 
 
 

Arizona
Bed-Stuy
Berlin
Bodensee
Brooklyn
Deutsche Balladen
event-ish
Florida
Golfo de México
Greenpoint
In-Between States
Int'l Confusion
Long Island
Louisiana
Mar Caribe
New York City
... more
Profil
Logout
Subscribe Weblog