Diejenigen welche die Flugzeuge mit Lichtern winken auf dem Flugplatz, grosse Maschine erfordert Schraenke von Arbeitern,, angewinkelte Arme, tragen T-Shirts. Hinter mir jubeln die Undergrad-Springbreakler, dass sie jetzt gleich vor lauter mexikanischer Hitze ihre Pants offtaken koennen. Vielleicht kommen sie ja aus Alaska. Ich schleppe meine Muedigkeit.
Ob es Wueste ist, kann ich in der Dunkelheit nicht schaetzen. Aber die Staedte sind Lichtfelder. War das in Europa auch so outstretched, oder macht das das Jefferson Grid System? Timezonen verlagern sich minder und mormonische Kleidung gegenueber von mir, ebenfalls wartend, wirkt inspiring, mit ueberschlagenem Knie in einem Grisham-Schinken schmoekernd. Phoenix Arizona, einziger Flughafen so far, an dem das freie W-Lan tatsaechlich access permitted. Rilke spukt durch die Windungen. Home is overrated.
Mit bereits beschriebenem Tier von einem Automobil machten wir uns am Morgen desselben Tages, bevor wir zum Wapitifuettern aufbrachen, auf zum Togwotee-Ausruestungscamp, um fuer mich - denn ich hatte ja mal wieder allet essentielle Gedoens von meiner Reisegepaeckplanung ausgeschlossen - ordentliche Bekleidung fuer die Temperaturen in den Rocky Mountains auszuleihen. Diese besteht aus einer Windbreaker-Latzhose, einer Windbreaker-Jacke, Hartschalen-Skischuhen, Motorradhandschuhen und einem Motorradhelm, alles ueber der mitgebrachten Winterkleidung zu tragen. Folgerichtig kam ich mir fuer den Rest des Tages regelrecht kugelhaft vor, und wanderte meine ersten Schritte in dem Windbrecher-Panzer durch die Landschaft Wyomings wie andere Leute ihrerzeit ueber die Oberflaeche des Mondes.
Auf der Landkarte waren die Wildnis-Gebiete tatsaechlich mit "Wildnis" betituliert und trugen entsprechend auch keine weiteren Namen. Nur manchmal trifft man in ihr auf einen benannten Berg oder Wasserfall. Den gestrigen Nachmittag unternahmen wir eine Snowmobile-Tour in eine dieser Wildernesse, zusammen mit jenem Freund meiner Freundin, der ein Pro in dieser Hinsicht ist, wie bereits erwaehnt wurde, womit zur Genuege hergeleitet sein sollte, wie es zu dieser haarstraeubend wildniswidersprechenden Unternehmung unsererseits kommen konnte.
Nun weiss ich ja nicht, wieviele von euch wissen, was ein Snowmobile ist. Ich wusste es vorher nicht und willigte daher auch ein, ein solches Geraet zu fahren. Am leichtesten beschrieben ist es wohl als eine Art Moped mit vorne so Kurzskiern und hinten so Raupenantrieb wie bei Panzern. So ein Snowmobile ruettelt und rattert beim Fahren hin und her. Es macht zudem auch sehr viel Krach und Abgase, weshalb das Wildnisgefuehl bald verschuett ging. Moegliche Geschwindigkeit der Maschine betraegt etwa 70mph.
Ungefaehrlich war das also auch nicht, da gerade auf schiefer Flaeche das Ding immer mal wieder umkippt und manchmal Leute unter sich begraebt, mich einmal beinahe und andere Leute, an denen wir vorbeimaehten, tatsaechlich. Wobei bei Letzteren auch ein nicht vorgesehener Baum eine Rolle spielte.
Nach einer Weile machte es aber richtig Spass, und waehrend wir so unsere Meilen hinter uns liessen auf dem Weg zu einem der wenigen benannten landschaftlichen Items, flog mir so der Gedanke durch den Kopf, vielleicht doch mal den Motorradfuehrerschein zu machen. Andererseits mag ich Krach und Gestank wirklich nicht, vor allem nicht in Kombination mit Wildnis, und von daher glaub ich wird es bei diesem bloss fluechtigen Gedanken bleiben.
Etwa 30Meilen out of town hatten wir unsere Fahrt begonnen und weitere 10-20Meilen spaeter erreichten wir schliesslich den Granite, was ein Berg ist, und unter ihm die nach ihm benannten Granite Hot Springs. Dort machten wir Picknick und fuer eine Weile Pause in den dampfenden Quellen, waehrend es erneut schneite. Auf unserem Rueckweg machten wir noch einen Abstecher zu den Granite Creek Falls.
Trotz motorisierter Zivilisationstaetigkeit bin ich im Laufe des gestrigen Tages verschiedenen Tieren zum ersten Mal begegnet. Zunaechst mal waren da die Wapitis, von denen ich schon schrieb. Auf unserer Rueckfahrt mit den Snowmobiles traf ich auf einen Fichtenmarder und auf einen Schwarzkopfhaeher, was ein grosser blauer (!) Vogel ist und tolle Toene zustandebringt.
Auf derselben Rueckfahrt fanden wir einen Weisskopfseeadler (da isser also endlich) auf einer Ebene sich ueber gefluegeltes Aas hermachen, vermutlich eine Gans. Was in der Corporate Identity der Vereinigten Staaten so majestaetisch seine Fluegel ausbreitet, verhaelt sich auf freiem Feld wie ein Aasgeier, und tatsaechlich scheint zwischen Adlern und Geiern kein allzu grosser Unterschied zu bestehen, korrigiert mich wenn ich irre. Als wir naeherkamen, krallte sich der Adler das Gedaerm und flog bemerkenswert langsam ueber die Ebene zu einem Picknickort weiter weg als der vorige.
Als wir schliesslich wieder in town waren, wanderten links von unserem Auto Amerikanische Elche ("Moose") ueber einen Parkplatz, der sich mittlerweile im Dunkeln befand, da waehrend unserer Rueckfahrt vom Snowmobiling die Sonne untergegangen war.
Zuhause angekommen, blieben uns 20Minuten fuer Umkleide und danach ging es straight weiter (was habe ich letztens ueber die amerikanische Aktivitaet gesagt) zu einer Geburtstagsfeier der Bauchtaenzerin und Pferdewirtin aus Florida, mit geladener Gesellschaft ins teuerste Restaurant der Stadt (oh deer) und danach nochmal ortsauswaerts in einen anderen Ort namens Wilson in eine Bar&Disco, in der neben allen Westernklischees auch die urbanste Musik vertreten war, die man in Clubs in Europe und New York City so generell zu hoeren bekommt. Eine eigenartige Mischung. Ich machte Bekanntschaft mit dem amerikanischen Binge-Drinking (und das habe ich selbst nicht so bezeichnet, vielmehr zitiere ich an dieser Stelle Einheimische) und irgendwann in der Nacht mussten wir auf irgendeine Weise wohl wieder zuhause angekommen sein, weil das ist, wo ich vorhin aufgewacht bin. Ende der Geschichte.
Da waeren wir wieder, mit Kater, Muskelkater und Sonnenbrand. Wieviel in einen Tag passt - und verwies ich nicht unlaengst auf die amerikanische (one might say) Hyperaktivitaet? Mein Tag begann gestern um 6.30am und endete vermutlich irgendwann around 3am in der darauffolgenden Nacht. Und es war zwar alles anstrengend, aber nichts davon war Arbeit. Ich glaube, wir nennen es Urlaub.
Fruehmorgens, die Sonne befand sich noch hinter den Bergen, machten Veronica und ich uns zum Wapitifuettern auf. Die Terminologie ist irrefuehrend. Ein Wapiti bekommt im Deutschen oft den Zusatz -hirsch. Im American English heisst ein Wapiti jedoch einfach elk. Was wir in Europa als Elch bezeichnen, heisst auf Amerikanisch moose.
Anyways, ich dachte, wir wuerden ein paar Bueschel Heu an eine Herde auf einer Koppel verfuettern. Ich hatte mich geirrt.
Es ging ewa 10Meilen nach draussen in die Bergwelt, zum Arbeitsplatz desjenigen Cowboys, mit dem ich mich an meinem ersten Abend hier in der Saloon-aehnlichen Bar unterhalten hab. Der andere von dem Abend, der Snowmobile-Touren anbietet, war ebenfalls mit von der Partie. Insgesamt waren wir also zu viert.
Zwei Pferde bekamen ihr Geschirr und wurden vor ein Holzgefaehrt gespannt, was ich als eine Mischung aus Schlitten und Ladeflaeche beschreiben wuerde. Auf diesem Gefaehrt ging es dann hoch und nieder durch die frisch verschneiten Holperwiesen, bis wir zu einer Futterunterstelle kamen. Dort beluden wir die Schlittenlade mit Heuquadern, deren jeweiliges Gewicht etwa 10-20kg betragen haben musste. Die Quader befanden sich bis unter die Decke der Unterstelle gestapelt. Once die schleppbaren da bodennahen Quader waren auf der Ladeflaeche verstaut, mussten wir mit so Eiskletterhaken in den Haenden und am Heu die ca. 10m hohe Quaderstapelung hinaufkraxeln und von oben mehr Heu nach unten werfen.
Dann ging es eine Weile nach draussen, bis wir auf eine Ebene am Fusse einer Berggruppe kamen, die eine grosse Herde Wapitis als ihr Winterresort erwaehlt hatte. Im Schnee standen die Tiere dann alle und warteten oder ahnten oder raetselten, was sich da fuer ein Gefaehrt wohl naeherte.
Als wir nahe genug waren, mussten wir dann erst stehenbleiben eine Weile und warten, bis die Herde uns angenommen hatte. Das braucht eine Weile, die sind ja wild, sagte der Cowboy, von niemandem gezuechtet und auch nirgendwo gehalten. Kennen keine Menschen. Viel mehr sagte er nicht.
Langsam setzten wir uns wieder in Bewegung und umfuhren die Herde an einer Seite; waehrenddessen loesten zwei von uns die zusammengebundenen Heuquader und warfen bei Fahrt das Heu vom Schlitten. Alsdann kamen die Wapitis naeher. Bald fing es wieder an zu schneien. Die Wapitis frassen und wir fuhren zurueck zur Unterstelle, beluden den Schlitten erneut und machten uns dann wieder auf den Weg zurueck zu den Tieren. Das Ganze wiederholte sich vier- oder fuenffach, bis genug Heu unter die Herde gebracht war.
Als wir schliesslich die Wapitis verliessen und von der Ebene zurueck zur Unterstelle und von da aus wieder holpernd die Wiese zur Pferdekoppel schlitterten, wo die Pferde wieder entschirrt und auch selbst dann gefuettert wurden, stand hoch eine zitronengelbe Sonne in der Stratosphaere. Es war Mittag.
Es gibt Cowboys, Ranchers und Wranglers. Es gibt auch Dude-Wranglers. Ich bin nicht ganz sicher mit den Abgrenzungen und Zuordnungen. Ein Cowboy huetet das Tier. Ein Wrangler macht das Ganze im groesseren Stil und koordiniert auch (anderer Leute) Arbeit. Ein Dude-Wrangler ist das Gleiche mit Dude-Faktor, also bietet Touristenfuehrungen an und sowas. Meist machen das Juengere auch, glaub ich. Ein Rancher hat eine Ranch und vielleicht auch allgemein eher mit Pflaenzken zu tun als mit Viehzeug. Und dann gibt es noch Trappers und deren Nachfahren, die Aussteller in Galerien alaskischer Felle.
Und was machen die anderen hier so?
Musik zB, oder Waitressing. Es gibt erstaunlich viele unique Cafes, nix mit Hinterland oder -mond. Eine aus der Bauchtanzgruppe, wo wir gestern vor der Bar waren, ist Pferdewirtin aus Florida. Kein Thema, die Staaten zu wechseln - auch in den laendlichen Gegenden. Meine Freundin ist Architektin, wie sie es ueberall sein koennte.
Leben in Jackson ist teuer. Hier residieren hin und wieder die Rockefellers sowie US-Vizepraesident Dick Cheney. Es gibt nicht viel Wohnraum zwischen all den Bergen, und weite Gebiete stehen auch unter Schutz, wir befinden uns direkt unterhalb des Yellowstone und des Teton Nationalparks.
Leute haben manchmal mehrere Jobs, von denen einer meist mit (eigenen) Tieren und oder Touristen zu tun hat. Nebenbei sind viele noch uebers deutsche Mittelmass aktiv, sowohl in Organisationen und eigenen Projekten als auch in sozialer Hinsicht. Um 5-6h jeden Morgen aufstehen, drei Schichten arbeiten, Essen entweder ausfallen lassen oder to go zurueck zur Arbeit nehmen, nahezu jede Aktivitaet nach Zweckrationalitaetsprinzipien planen - das scheint nicht Stress, das scheint normal. Habe noch keinen sich beschweren gehoert -
naja, aber ich habe ja auch noch nicht die Mexikaner gefragt, die auch hier in den Bergen die Drecksarbeit zugewiesen bekommen, die sonst keiner machen will. Mexikaner sind derzeit die amerikanischen Tuerken. (Aber ich hab gehoert, das aendert sich alle paar Jahre. Vor ca. 5 Jahren hatten die Polen diese Position inne. Ich hab noch nicht rausgefunden, wie solche Voelkerwanderungen zustande kommen, wenn in dem according Land kein Buergerkrieg herrscht.)
Die Berufsbezeichnung des Wranglers leitet sich uebrigens aus dem Deutschen ab und bedeutete anfaenglich wohl so etwas wie "streiten". Wrangling ist etymologisch auch verwandt mit dem Wrestling. Und im Deutschen gibt es ja glaube ich auch immer noch das "Gerangel" um etwas.
Ich bin da!!
Nach eineinhalb Tagen Verspaetung beginne ich glaub ich langsam, die Entfernungen in diesem Land zu verstehen und was das auch mit den Menschen macht. Meine Freundin, die aus Wyoming ist und mit der ich in Tuebingen ein Jahr zusammengewohnt habe, habe ich seit 2005 nicht mehr gesehen. Sie faehrt ein Tier von einem Wagen. Auf dessen Nummernschild das Konterfei eines Rodeo-reitenden Cowboys. Darunter der Satz: Because there is no place like home! Wyoming aka The Cowboy State. (Jeder Staat hat sein eigenes Nummernschild-Design mit Bildschen und mit Attribut. Das NY-Nummernschild hat natuerlich eine Skyline im Hintergrund und wird auch The Empire State genannt.)
Dass ich jetzt in den Rockies bin, will mir noch nicht so ganz aufgehen. Landschaftlich koennte ich beinah auch in den Alpen sein: 4000-5000m hohe, schneebedeckte Berge und Tannenwaelder. Aber dann fahren wir auch schon an der ersten Elchherde vorbei und Veronica sagt, ich solle Ausschau halten, hier liefen ueberall Kojoten, Woelfe und Fuechse herum.
Wie wir dann schliesslich into town kommen, wird sowieso klar, wo wir uns befinden. Alles ist aus Holz, die Strassenschilder, die Haeuser aus Logs gebaut. Wo die Barschilder nicht aus Holz sind, surren sie aus Neonroehren. Wir fahren vorbei an der Cowboy Bar und am Silver Dollar. Ein Outdoorgeschaeft heisst cloudveil. Die Holzschilder tragen Westernschrift.
Die Bar, in die wir abends gehen, wird durch eine vor- und zurueckschwingende zwyfluegelige Saloon-Tuer betreten. On Stage spielt eine Bluegrass-Band mit Musikern in ihren Zwanzigern. Es wird gefiddlet und gebanjot.
Ich lasse meinen Blick durch die Menge schweifen und bemuehe mich, nicht allzusehr auf all die anwesenden Gaeste zu starren und auf ihre dreckigen Stiefel, die abgewetzten Jeans, die braunen Lederguertel mit Metallschnallen, die karierten Hemden und die hellbraunen Wildlederjacken darueber und den Cowboyhut auf der Kurzhaarfrisur mit Koteletten.
Wir treffen uns hier mit ein paar Freunden meiner Freundin. Die zwei Typen ich moechte sagen: Schraenke von Maennern, derselbe Kleidungsstil, wir unterhalten uns ueber was wir so machen. Der eine faehrt Skimobiles oben in den Bergen und der andere fuettert Elche. Mit Letzterem unterhalte ich mich mehr. Er antwortet nur knapp immer auf meine Fragen. Originally ist er aus Ohio. Er erzaehlt von seinen anderen Taetigkeiten und so langsam beginnt glaube ich das zentrale Lichtlein zu blinken: Diese Einwohner eines Ortes wie aus Westernfilmen sehen nicht nur aus wie Cowboys, sie haben auch noch den Beruf eines Cowboys. Ich glaube, das sind Cowboys.
Ich komme gerade aus New York, sage ich, und merke ploetzlich, wieviel Entfernung und City in dieser Aussage mitschwingt. New York ist das Exotikattribut auf der ortsansaessigen Menukarte. Die fancy Sachen, die man so zu essen bestellen kann, incorporaten die Bezeichnung New York-Style in ihren Namen. Das traditionelle Food dagegen heisst oft was mit Buffalo. Vermutlich was in Anlehnung an den gleichnamigen Ort denke ich erst, oder mit altem Indianernamen. Ich stehe auf dem Schlauch. Erst nach einer Weile geht mir auf, dass es sich hier vermutlich tatsaechlich um Bueffelfleisch handelt.
Die Musik wird im Laufe des Abends mit Country und Rock gemischt und spaeter werden Maedchen zum Tanz aufgefordert. Dann gehen die Menschen paerchenweise zur kleinen Tanzflaeche vor der Buehne und fangen doch tatsaechlich an zu tanzen, ein bisschen sieht das aus wie Rock'n'Roll und ein bisschen wie halt so Western ways of dancing. Das bemerke ich.
"Das ist das erste Mal," lehne ich mich vor zur Gruppe, "dass ich Leute tatsaechlich miteinander tanzen sehe. Ich meine - richtig tanzen, so zu zweit und alles."
Die Cowboys sind verwirrt. "Wieso," fragen sie, "wie tanzen die denn in New York oder in Germany?"
"Naja, entweder tanzen sie alleine - wenn ueberhaupt -, oder sie tanzen mit ihrem Getraenk. Oder sie tanzen eben zu zweit - aber dann, um sich ubers Zuzweittanzen lustig zu machen."
Die Augenbrauen meiner Gespraechspartner gehen nach oben, dann lehnen sie sich zurueck und sind eine Mischung aus Bier und Gedankenwolke. Allen gleichzeitig scheint uns aufzufallen, wie unplausibel das Verhalten der Staedter ist. Der Elchfuetterer neben mir findet, dass Alleinetanzen "doch gar keinen Sinn" mache.
Einen Moment spaeter wuenschte ich, dass sich die Welt von nun an aendern wuerde, jetzt, da ich weiss, dass im Westen voellig unironisch zu zweit getanzt wird. Aber einen weiteren Moment spaeter verwerfe ich meinen Fastwunsch wieder. Ich werde zuruckkommen und alles noch genauso vorfinden, wie es bei Abflug war. So wie immer.
Und dann, zwei verpasste Fluege spaeter und nichts davon war meine Schuld, sitze ich im Mittagsflugzeug nach Jackson, smallest plane I've ever sat in, und das Wetter ist sonnig und in den Bergen ist Schnee. Wir werden versuchen, nach Jackson zu fliegen. Falls die Sicht waehrend des Flugs nicht besser wird, muessen wir umkehren und wieder nach Salt Lake zurueckfliegen. Those were the pilot's words und damit ging es in einem Rumpeln und Schottern nach einer halben Ewigkeit Ausharrens auf die Starterlaubnis endlich in die Luft, dies aber dafuer im Steil- und Schiefflug.
Passiert das oefter, frage ich das commutende Ehepaar hinter mir. Oh, ja, all the time, antwortet dies. Und die Leute beginnen, meinen Akzent zu kommentieren und ich frage, ob der stark ist und sie sagen Oh , nein; gar nicht Sie sprechen exzellentes Englisch! und mir faellt bloss auf, dass mich in New York niemand fragt und New York bekommt von hier aus eine neue Tragweite und ich habe im Hotelzimmer gestern Abend schon Heimweh gehabt und ach, New York.
Ja also nach einer Weile Umkreisen des Flughafens konnten wir dann, unter leichten Turbulenzen (holplahorp), in Jackson Hole landen.
Das war also meine Fluggeschichte - definitiv der schlimmste Flug, den ich jemals hatte (ich meine jetzt den ganzen Flug NY-MN-UT-WY. Gestern Abend hatte es einen Hauch von Abenteuer ploetzlich, ganz alleine in der Drive-In-Wueste der Tempelstadt. Aber ich glaube, ich werde mir Businesskleidung zulegen, allein zu Zwecken des Fliegens. Und den Beschwerdebrief, den werde ich schreiben.
Am naechsten Morgen - in fact HEUTE morgen - ging es frueh wieder los und weiter, zurueck zum Airport. Hatte leider keine Zeit, mir das Mormon Tabernacle anzusehen, was ich gern getan haette. Ich fliege aber ja wieder ueber Salt Lake zurueck, sprich, vllt ist da dann Zeit dafuer. Mal sehen dann.
Aufgrund von verschobener Flight Connection gestern ist mein Flug Salt Lake City - Jackson Hole auf heute morgen rescheduled worden. Das ganze Check-In-Brimborium noch einmal. Und dann - just before boarding - stellen die fest, zehn Minuten vor Abflug, dass die Leute vom Security Screening vergessen haben, meinen Boarding Pass zu lochen (als Bestaetigung). Sogleich wurde dorthin telefoniert. Leider fand keiner die Zeit, mal vorbeizukommen, weshalb ich nochmal zurueckgeschickt wurde, all the way back, just before boarding, zehn Minuten vor Abflug, mit dem Versprechen, dass sie das Flugzeug solange dabehalten wie moeglich.
Natuerlich, waere ich ein stattlich gekleideter Mann mittleren Alters gewesen, haetten die mich nie im Leben zurueckgeschickt. Business ist die Camouflage der Zivilisation.
Security Screening zum Zweiten, ach bestimmt schaffst du deinen Flug blabla, und als ich schliesslich voellig abgehetzt eine Minute nach Departure wieder am Gate ankomme, ist die Maschine seit 4 Minuten weg. Die Frau am Schalter interessiert meine Litanei nicht, die ich schliesslich und auch noch sehr uebermuedet vom Zaun breche. This is ridiculous sagt sie zu ihrem Kollegen, ich schnappe meinen Boarding Pass und mache mich auf zum naechsten Gate fuer den naechsten Flug nach Jackson. Die naechste Frau begruesst mich im ueblichen Entertainerton und ich frage, wo man sich beschweren kann und sie nur so Oh, das machen Sie online. Und ich Ah und das wird also gelesen? Und sie wieder Oh yes sure! They read every single letter that they're getting. Und ich dann Sure. und wende mich ab und will keinen Kaffee mehr trinken und komme nicht ins Wireless und starre stattdessen auf die nebelumrankten Berge hinterm Flughafen.
UTAH, A.K.A. Amerikanisch-Bavarien; here I am. Wir sind teilweise ueber die Great Plains geflogen, South Dakota und dann suedlich ueber Central Wyoming, Casper, und dann wurde es langsam bergig. Ueber die Rocky Mountains, ich im Gespraech mit dem Electrical Engineer neben mir, aus Milwaukee, WI, auf seinem Weg zu einer mehrtaegigen Konferenz fuer das Design dreier neuer Militaerfighter. Ja things to be considered ey.
In Salt Lake City sind wir zeitgleich zum Sundown angekommen. Herrliche Farben!! Ein Salzvalley, umkranzt von Bergketten. Ein Salt Lake wie ein Salt Sea. Von dort aus verstreute Salzlaken in Pfuetzen wie Milchseen. Allerley Gestruepp und Gebuesch in Salzfarben. Schneekuppen der Berge und die Erde in verschiedenen Farben geschichtet, rot-braun-ocker-anthrazit. Damit, und mit dem Kontrast von Gebirge und baumarmem Flachland ansonsten, Erinnerung an islaendische Landschaft stellenweise.
Leider war es recht chaotisch hier. Zuerst ist mein Rucksack nicht richtig angekommen. Dann ist er doch angekommen, aber mittlerweile waren die Hotelinformationen closed. Da ich meinen Connecting Flight nicht bekommen habe (man erinnert sich: Schnee ueber Minneapolis), musste ich mir was zur Unterkunft suchen fuer die Nacht. Inkompetente Nichtzustaendige verwiesen mich desinteressiert an die hiesigen Hotelwerbeplakate, ohne dass ich auch nur blassen Schimmer haette von ob jetzt Downtown naeher ist am Flughafen oder doch eher West Temple. Aber schliesslich, nach einer Weile Herumtelefoniererei, fand ich eine billige Absteige und wartete draussen auf den Shuttle.
Dort kam ich ins Gespraech mit anderen Leuten, denen Aehnliches passiert ist. Im Unterschied zu mir bekamen die die Hotelnacht bezahlt und dazu auch noch Food Vouchers. Und beschwerten sich aber am Lautesten, in was fuer einem Crappy Hotel sie unterkommen. Wobei deren Hotels um Weiten (man koennte es auch Sterne nennen) besser war als meins, was eher einem Motel aehnelte, was aber ganz wunderbar war, sauber beheizt und beleuchtet mit frischen Handtuechern und geschmackvoller Einrichtung.
Ich kann - und das ist jetzt ein nicht reise-relatetes, sondern ganz persoenliches Statement - die Jammerei von Wohlhabenden nicht mehr hoeren. Jemand sollte mit einer Bratpfanne auf deren Horizont zielen, jenen, denen nie etwas gefehlt hat, noch dass ihnen etwas abhanden gekommen ist. Ich hatte mein Gepaeck und war froh und um die Ecke war ein gesunder Grocery Store und ueber dem Motelding prangte weit oben in der Luft ein Plakat, neonbeleuchtet, asking: Where is your family?
Schnee ueber Minneapolis - flight delayed und ich verpasse alle meine connecting flights. Meine Freunde in NY haben sich betrunken auf der Lower East Side und mich dann noch nachts gejoined, also verliess ich das Zimmer diesen Morgen mit zwei niedlichen Hangoverinnen von der Insel und einer Miezekatze mitten zwischen ihnen. Und ich war auch so mued, dass ich falsch ausgestiegen bin aus der Airtrain coming from Jamaica, Queens.
Nun ja ich sitze also mal wieder neben einem Broadway-Schauspieler im Flugzeug nach Minneapolis. Er ist nett, kann etwas Deutsch, seine Lieblingsstadt ist Wuerzburg und er hat gerade seine neue Tour begonnen fuer eine Show. Er hat sein eigenes Apartment auf der Westside. Das Tourleben ist toll, sagt er, und fast will ich sagen: Ich weiss. Stattdessen aber sage ich: Das kann ich mir vorstellen.
Hinter mir ein iranisches Ehepaar, das kein Englisch kann. Die Frau faellt mitten im Flug in einen ausserplanmaessigen state of consciousness. Ihre Augen verdrehen sich nach oben. Nein, sie ist nicht ohnmaechtig glaube ich. Das war der erste medizinische Notfall, den ich auf einem Flugzeug erlebt habe. Eine Nurse war on board. Die Frau bekam Decken, Kissen und zwei Sauerstoffflaschen, das ging so den ganzen Restflug ueber und bis Minnesota waren es ueber drei Stunden. Der Schauspieler zu meiner Linken vermutete eine Focal Seizure. Ich musste nachfragen, was das ist. Epilepsie.
Und er hatte Recht. Die Frau hatte ihren ersten epileptischen Anfall. Gegen Landung war sie wieder stabil und wurde mit dem Rollstuhl aus dem Flugzeug gefahren. Ich verabschiede mich vom Schauspieler, er gibt mir seine Karte und ich soll ihm doch mal eine Email schreiben.
Okay.
Aufgrund von Delay habe ich mehrere Stunden im schoenen Airport von Minneapolis. Draussen liegt Schnee und et is flach. Baeumsche stehen. Der Himmel koennte Kanada sein oder auch Deutschland. Grau in Grau. Hier beginnt die Tour, sagte er, zwei Wochen Minneapolis. Die Souvenirlandschaft meanwhile von Minnesota featured den Wolf als Leitmotiv, dicht gefolgt von Baer und everything Native American. Allet aus Holz - kanadische Holzaesthetik. Dunkel also. Mit viel Dunkelgruen.
Ich habe begonnen, Stimmen aufzunehmen. Sobald ich einen Weg gefunden habe, die Windows-Software auf meinem neuen Mac zu installieren, werde ich versuchen, Audiodateien hier einzubinden. Ich trinke den Kaffee aus und schalte den Recorder aus und packe meine Sachen und gehe zum naechsten Gate. Minneapolis - Salt Lake City. Here we go.
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Und da war es also, ungeplant ist es passiert, man hat mich ins MoMA geschleppt. Mit morgen frueh dem Abflug nach Minneapolis und noch ueberhaupt ach so gar nichts gepackt ja, habe ich noch Besuch bekommen, Vodka in Polnisch-Greenpoint, ausgedehnte Nachhausefahrten durch Bushwick und heute ein Treffen mit zwei weiteren Maedels aus meinem Department, also sind wir zu viert ins MoMA auf der 53. & 5. marschiert, was fuer New Yorker Studenten ja kostenlos ist. Ja.
Die haben im Moment eine Sonderausstellung mit Titel "Color Chart". Also halt um Farben. War schoen, dass alles mal wieder bunt war, hat mich aber nicht besonders beruehrt und ich bin ja da so von der alten Schiene, ne. Aber die Dauerausstellungen waren nice. Schoene Iglus aus organischem und anorganischem Material, Bacon und Rauschenberg und LeWitt und Pollock, Duchamp, Fleischmalerei, Erzmalerei. So.
Danach sind wir in die East Village in eine Bar namens "Cooper35", wo preislich zu empfehlen ist in terms of Billig. Incl. unaussprechlicher Japandumplings und laecherlich billigen Cocktails.
So, und jetzt ist aber wirklich Schluss, in den Bergen ist Winter, ich muss strategisch denken. Habt es gut und mal sehen, ob die Berge Internet haben. In der Stadt fangen die Baeume jetzt an herumzuknospen. Schoene Fruehlingswoche! |
Ich habe mir ein Macbook gekauft.
Heute, in einem fancy Glasquader in SoHo inmitten von Designerklamottenlaeden zwischen Fashion Victims und Wichtig-Telefonierern in einer Strasse, in der ein Chihuahua vermisst wird und die according Zettelsuchkampagne auf den Laternen announct eine Belohnung von $1,000 fuer Wiederfund.
Mein erstes Apple Macintosh-Produkt! Bin gespannt, wie das in Deutschland wird mit dem Support; hierzulande ist das ja 08/15, nichts ist more convenient als einen Mac zu kaufen. Oder ein iPod. Oder ein iPhone.
Nun erschliesst sich mir auch dieses Kulturraetsel.
Jetzt gehoere auch ich zu den Alpineweiss-Addicts - wieder einen Schritt naeher an der amerikanischen Staatsbuergerschaft!
ps. Eine der Downsides ist allerdings, dass ich jetzt mal sehe, wie crappy das AMERICAN HAZARD-Layout im Safari aussieht.
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time flies. Mit Schrecken stelle ich fest, dass mir nur noch drei oder vier Monate hier bleiben. Jetzt heißt es sich beeilen.
Für den Blog habe ich, trotz bergeweise Themen, leider kaum noch Zeit.
Ach so und falls sich manche gewundert haben sollten: THE HIDDEN UNITS sind fertig, unten, gebackupped, und werden so auch nicht wieder in Erscheinung treten.
Inzwischen wird es Frühling in New York, ich bin viel unterwegs im Zug und in der Uni, ich treffe mich mit Freunden besuche Poetry Events auf der Lower East Side und spottbillige Nick Cave-Konzerte in Manhattan's best-named neighborhood, Hell's Kitchen (Westside).
Ende der Woche bekomme ich Besuch von der Insel, dann fallen wir bei Ikea ein, besorgen mir endlich einen Schreibtisch denn so ganz ohne Möbel gibt das langsam wirklich Rückenschmerzen beim Arbeiten. Abends wird dann weggegangen.
Ich hoffe außerdem, dass ich endlich mal zu der Fotosession komme, die ich seit Wochen vorhabe zu unternehmen in South Williamsburg, wo ausschließlich orthodoxe Juden leben. Die Atmosphäre dort ist unbeschreiblich, krass. Aber dazu später irgendwann mal, vielleicht. |
.. Und dann ist nächste Woche auch schon SpringBreak, eine Woche, vor Ostern. Am Montag, St. Patrick's Day (der hier anscheinend beliebter Feiertag ist), fliege ich über Minneapolis (Minnesota) und Salt Lake City (Utah) nach Jackson Hole (Wyoming).
Hier wohnt eine Freundin von mir, die ich zuletzt vor drei Jahren gesehen habe.
Das 2000m hoch gelegene Tal in den Rocky Mountains ist mal wieder - wie auch schon Cancún in Mexiko - ein beliebtes Reiseziel der Amerikaner, von dem ich vorher noch nie gehört habe. Skiparadies. Die Rockefellers haben da eine ihrer Sommerresidenzen stehen. Überhaupt sagt man, Jackson Hole sei der einzige Ort in den USA, in dem mehr Milliardäre als Millionäre leben.
Aber in Wirklichkeit interessiert mich das natürlich nicht die Bohne.
Viel spannender ist das Wieder-Unterwegssein, das Wiedersehen, die Landschaft, die Berge (nochmal ca. 2000m höher als Jackson Hole), die Tiere (zB Elche und Bisons), die Wälder, das Cowboyleben und die kulturellen Überbleibsel der Native Americans. Und die Nationalparks Yellowstone und Teton. Und die Hundeschlittenfahrt.
Alles Weitere dann, wenn ich dort bin. Oder danach..